Diversity heisst Grundlagenforschung des Anders-Seins

23.01.2019

Liebe Leserin, lieber Leser

Frauen haben viel zu sagen. Doch sie werden zu wenig gehört. Weil sie sich zu oft weigern, die männlichen Instrumente des Self-Marketings, der politischen Führung, der Visibilität und der Macht zu lernen. Das Schweigen der Frauen ist ein beklagenswertes Understatement grosser Talente, die wir brauchen. Ganz besonders auch in der Schweiz, wo man Key Talents wie selten zuvor sucht. Man bemüht «Diversity» in alle Richtungen, nicht selten vergisst man jedoch, die Prämissen zu schaffen, damit Diversity greift: Den gemeinsamen Nenner zu schaffen, der immer mit Sprache, Kommunikation und – Konnotation einhergeht. Frauen und Männer, Generationen, kulturelle Universen haben eigene Spielregeln und Inhalte. Beispiel Frau und Mann.

Anders-Sein, Denken, Handeln, Werten und Fragen – das und mehr basiert auf der These, dass Frauen für die Zukunftserhaltung unseres Planeten eine elementar wichtige Rolle haben. Frauen dürfen - ja müssen sogar - diese Verantwortung viel mutiger wahrnehmen. Quantitativ – um relevante Normen zu verändern – müssen sie zulegen, um eine kritische Grösse zu erreichen.
Qualitativ dürfen Frauen – so die berührenden und nachdenklich stimmenden Zitate männlicher Interviewpartner – viel selbstverständlicher, entspannter mit der eigenen Weiblichkeit im Unternehmen umgehen, an sich selber glauben, an ihr weibliches Anders-Sein und den Mut entwickeln, sich in ihrer Feminität in allen Facetten – von Denken- Sprache – Reaktion – Fragen – Handeln – Auftritt – Ästhetik – ganz deutlich zu erkennen geben. Und – auch eine Einsicht- dahin gelangen, wo Manager, nach einzelnen Aussagen, oft wohl schon sind: nämlich der Akzeptanz als weiblicher Chef. Darin anders führend, inmitten der Macht, als weibliche Vorgesetzte und Frau. Das Ende der weiblichen Mutlosigkeit fordert ein CEO. Ein anderer lädt Frauen ein, ihre Feminität zu zelebrieren, innerlich und äusserlich und jede Angepasstheit an männliche Normen zu beenden. Frauen wollen sie, die Männer, keine männlichen Imitate. Diese Frauen werden gesucht und geschätzt, so ein Gesprächspartner.
Damit sie dies schaffen, gehört das Handwerk des Self- Marketing dazu. Aber auch politisch geschicktes Verhandeln und Handeln, Netzwerkarbeit und erhöhte Visibilität; auch hier gibt das Buch Anregungen aus der Praxis. Keine weibliche Zurückhaltung, klare Grenzen setzen, Sprache als Macht einsetzen, gutes Selbst-Marketing und die Kunst der politischen Netzwerkarbeit – dies und mehr wird in vielen Beispielen diskutiert. Klar wird, dass Leistung per se ohne aktives Mittun am Spiel des männlichen Wettbewerbs genauso zum Scheitern verurteilt ist, wie Humorlosigkeit und Verbissenheit. Männer helfen Frauen gerne, aber nur unter Einhaltung ihrer eigenen informellen Spielregeln, auch hierzu gibt es viele unterhaltsame Beispiele aus Gesprächen.
Und ganz wichtig: Das Buch zeigt auch, dass Frauen Männer eine Gebrauchsanweisung liefern müssen: für jene Männer, die in ihrem einfachen Strickmuster Frauen in ihrer Komplexität wohl nie verstehen und lesen können.
Wenn Frauen lernen, sich als Frau und damit einzigartig, unique, elementar wichtig und selbstbewusst in die tägliche Führungsarbeit einzubringen, authentisch „anders“ zu sein, dieses auszuleben, einzubringen, voranzutreiben und – sich immer und immer wieder als Frau zu erklären – dann kann die Endlosspirale der angepassten, selbst- und grenzenlos leistenden Managerin gestoppt werden.

Im Kampfmodus lässt sich für Frauen kaum Karriere-Glück gewinnen. Sie verliert. Sich selbst. Frauen dürfen sich jetzt entscheiden, keinen Kampf mehr zu wollen. Keine Gegner zu sehen. Sich selbst Raum zu geben für Beziehungen. Für Karriere ganz nach dem Gustus einer Frau, die daneben leben will. Mit Zeitqualität, mit Herz und Seele mitten im Leben, mit weiblicher Hand und Weisheit führend. Und ihren Werten, an die sie glaubt.

Diese Welt wird ganz besonders von Frauen lebbar gemacht. Von ihren unzähligen liebevollen und wertgenerierenden Arbeiten. Allein das schon muss genügen, um mit dem Anspruch, all das auch in die Chefetagen zu transportieren, unverkrampft, authentisch und feminin nach oben zu gelangen und – die Zukunft der Unternehmen weiblich zu prägen und Hand in Hand mit intelligenten Männern Heterogenität zum Erfolgsfaktor zu entwickeln. Auch die Männer dazu gibt es schon. Noch nie waren die Winde günstiger. Lasst uns aufbrechen.

Ihre
Dr. Sonja A. Buholzer, Zürich
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