Da war einmal ein kleines Land, dessen viersprachige Bevölkerung von rund sieben Millionen Einwohnern stagnierte. Zugedeckt von saturierter Selbstzufriedenheit, verunsichert durch Unsicherheit am Arbeitsplatz und im Kampf der Geschlechter um Selbstbestimmung, intellektuell und emotional im Sinkflug - überdeckt es seine Probleme der Gegenwartsbewältigung mit Ignoranz, Schweigen, Ausflüchten oder Neid. Ganz wie es eben gefällt. Der Preis des Wohlstands hat die Schweiz ereilt.
Man entscheidet nicht oder ungern, man delegiert weiter und zurück: man mag nicht eigentlich mehr hart arbeiten, man versteht sich auf Schuldzuweisungen um von der Selbstverantwortung abzulenken. Man verunmöglicht Innovation mangels Visionskraft, bremst die Fähigsten aus mittels Neid und Intrigen, man beschweigt Sonderleistungen und versteht sich umso besser aufs Paktieren mit ebenso mittelmässigen Kameraden.

Unternehmer verbluten an einem Steuersystem, das gerade die erfolgreichsten Wirtschaftsfaktoren, die KMU, am härtesten bestraft, statt sie zu motivieren. Sie müssen ihren wirtschaftlichen Erfolg steuerkonform drosseln. Dann lieber noch einige Wochen Ferien machen und den Gewinn proportional zur Progressionsstufe senken. Unterlasser hingegen profitieren vom Sozialstaat Schweiz, der so ziemlich jeden Unfug und Missbrauch toleriert. Nicht etwa aus gut schweizerischer Solidarität mit den Aermsten und vom Schicksal am meisten Betroffenen, nein, aus Unfähigkeit, Missbräuche rechtzeitig zu erkennen und eine Strategie der funktionierenden Missbrauchsverhinderung zu fahren. Wo Sonderleistung erbracht wird, wartet der Neid der Erfolgsverhinderten gleich reihenweise.
Man destabilisiert Erfolgsträger und versucht, sie mit beinahe allen Mitteln zum Mittelmass zurückzuholen. Man tut dies solange, bis sie von sich aus gehen. Meistens dann ins Ausland oder in ausländische Unternehmen. Man solidarisiert sich mit den andern Verlierern und schöpft mit vollen Händen aus den grossen Kochtöpfen der schweizerischen Solidaritätszahlungen. Hier fehlt allerdings der Stolz, auf dieses Geld der Reichen und Schönen zu verzichten. Während immer mehr Unternehmen die obersten Managementsessel mit ausländischen Geschäftsführern besetzen, jammern hierzulande die eigenen Leute über ihre Landsleute, denen sie so wenig bedeuten. Künstler des Landes müssen ins Ausland, um in ihrer Kunst wahrgenommen zu werden. Schriftsteller und Kreative ebenfalls. Denn der Schweizer kann des Schweizers Leistung nicht wirklich sehen, will es nicht. Was im eigenen Land entsteht, kann nicht viel wert sein.

Diese Unfähigkeit, andern den Erfolg nicht nur zu gönnen, sondern ihren Erfolg auch zu zelebrieren, daran zu partizipieren, Stolz zu sein auf Eigenleistung und sich darin ein Vorbild zu nehmen, ist gleichsam der Niedergang der Schweiz. Die Neidkultur pur des Landes vertreibt die Besten ins Ausland, zieht Erfolglose dafür wie ein Magnet an, reizt die Sozialwerke aus und stört das soziale Klima bis zur Unerträglichkeit. Bereits jetzt versinkt das Land in Lethargie und intellektueller Anspruchslosigkeit. Man schweigt, wo man reden sollte, nimmt hin, wo man opponieren müsste und gibt auf, bevor man beginnt.
Dieser Mentalitätsbruch der Schweiz führt in die Depression. Wer keine Vision, wer keine grossen Ziele, wer keine Vorbilder und keine Träume mehr hat, - lebt dumpf und sinnlos als primärer Abfallproduzent. Wer diesem Land nicht mehr zu geben hat, als er von ihm nimmt, braucht keine tröstenden Worte sondern einen Tritt. Und keinen sanften... .

Wir brauchen wahrlich keine 1. - Augustreden ausser dem dringenden Appell, den Sog der Negativität gegenwärtiger Entwicklungen radikal zu brechen. Und aufzubrechen zu persönlichen Visionen, Zielen, Schritten und Freude am Erfolg auch anderer. Um zu brechen mit Neid, Missgunst, Lethargie und Intoleranz gegenüber Erfolgreicheren oder Andersdenkenden. Um anzukommen bei persönlichen Erfolgsstrategien und dem Glauben an sich selbst und den eigenen Beitrag an die Zukunft dieses Landes.

Einer Schweiz, die nicht ein Kreuz des Wohlstands trägt, bei der man nicht nur rot sieht. Sondern einer Schweiz, die für Aufbruch in die Zukunft mit den Fähigsten, Besten und Ehrlichsten steht. Die für Fairness und Humanität, Excellenz und Toleranz steht.

Sonst sind die Sommer zu heiss und die Winter zu kalt, das Klima zwischen Erfolgreichen und Erfolglosen zu gefährlich und die steuerlichen Sozialbeiträge zu gross, um hier zu bleiben.

Vielleicht müsste man überhaupt einen Club der unschweizerischen Schweizer gründen, der am 1. August schweigt - und am 2. August mitteilt, wie man den Rest der Zeit bis zur nächsten Feier zu wirken gedenkt.

 

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